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Und plötzlich war der Vogel unten -
Timo Brüning regiert die Bürgerschützen


Quelle: Westfälische Nachrichten

Gewollt hat er schon, aber gerechnet er damit nicht: Timo Brüning ist neuer König der Allgemeinen Bürgerschützen. 242 Gewehrschüsse waren notwendig, um den Vogel von der Stange zu holen. Im Anschluss ging es mit der Kutsche durch den Ort.

So langsam wird es Zeit. Zwei Stunden ist es her, dass der erste Schuss der Allgemeinen Bürgerschützen gefallen ist, und der hölzerne Vogel hängt immer noch fest an der Schützenstange. Schießwart Hermann Nienkötter gibt dem Tier noch Zeit. „20 bis 30 Schuss dauert das noch“, meint er in Richtung Vorstand. Doch Nienkötter hat die Rechnung ohne Timo Brüning gemacht. Als der Schützenbruder um 14.26 Uhr an das Gewehr tritt, hat die letzte Minute für das Federvieh geschlagen. Mit dem 242. Schuss holt Brüning das Holzstück zu Boden und dreht sich strahlend zu seinen Schützenbrüdern um. „Ich hab doch gesagt, ich mache keine halben Sachen“, meint der 25-Jährige verschmitzt und lässt sich als neuer König des Allgemeinen Bürgerschützenvereins hochleben.

Für die Gäste des Schützenfestes kommt der finale Königsschuss plötzlicher als erwartet. Denn eine Stunde vorher ist es noch völlig ruhig um die Vogelstange. Der schlagartige Regen treibt die Schützen in Scharen ins Zelt und lässt auch hartnäckigen Titelaspiranten keine Chance: Der Verein läutet eine Schießpause ein.

Eine halbe Stunde später dann die Erleichterung. Die Regenwolken ziehen von dannen, die Schützen treten wieder ans Gewehr. Doch es ist kein leichtes Unterfangen für die Königsanwärter. Die Schlange am Schießstand ist lang. Rund zehn Männer versuchen abwechselnd ihr Glück, scheitern jedoch allesamt am hartnäckigen Federvieh. Seit dem frühen Verlust beider Flügel hält der Vogel sich wacker auf der Stange. Dann setzt Timo Brüning an. Ungeahnt segelt der hölzerne Vogel zu Boden und der Schützenwald bricht in Jubel aus.

Der Vorsitzende der Bürgerschützen, Uwe Krude, kämpft sich mit der Königskette zur neuen Majestät. „Das kam so plötzlich, da haben wir alle noch nicht mit gerechnet“, erzählt er. Auch Brüning selbst gibt zu: „Dass der Vogel jetzt schon fällt, hätte ich auch nicht gedacht. Aber gewollt war das alles auf jeden Fall.“ Freundin Karin Zimolag steht trotzdem die Überraschung ins Gesicht geschrieben. „Wir haben da vorher eher einen Spaß raus gemacht, wirklich dran geglaubt habe ich nicht“, sagt die neue Königin und fügt hinzu: „Ich hab doch noch gar kein Kleid.“

Doch als sie am Abend pünktlich zur Polonaise mit ihren Ehrendamen Nina Schmidt und Jennifer Zurich in der Kutsche sitzt, ist auch das Problem gelöst: In einem leuchtend roten Abendkleid winkt sie gemeinsam mit Brüning den Schaulustigen am Straßenrand zu und steuert dem öffentlichen Ball im Festzelt entgegen.

 

 
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