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Liebeserklärung ans Schützenfest


Roter Teppich ausgerollt / Erster Metelener Filmoscar verliehen / Begeisterte Schützen

"Wahnsinn, einfach Wahnsinn!" Viel mehr brachte Uwe Krude, der Vorsitzende des Allgemeinen Schützenvereins Metelen, am Freitagabend vor der großen Leinwand bei seiner Begrüßungsrede erst einmal nicht heraus.

Die Hütte war voll - genauer: Fast alle 600 aufgestellten Stühle hatten Besitzerinnen und Besitzer gefunden und im Eingangsbereich umrundeten noch wahre Menschentrauben die Stehtische und bevölkerten reihenweise den Thekenraum. Und das alles, um einer echten Weltpremiere beizuwohnen.

"Schützenfest" heißt kurz und bündig ein Dokumentarfilm von Nicolas Hecker und Team und der 90-minütige Streifen sollte jetzt mit allem Zipp und Zapp einem deutlich erwartungsfrohen Publikum präsentiert werden. Ein roter Teppich war vor der Bühne fast bis zur großen Leinwand ausgerollt, eine Menge Ehrengäste waren eingeladen. Die Vorstandsmitglieder wirkten angespannt und die Filmcrew schien deutlich nervös - und am Ende gab es gar den ersten Metelener Oscar (MO). Und Riesenbeifall, hefitges Gejohle, Standing Ovations, Umarmungen, Schnaps, Wein und jede Menge weiterer Getränke.

Und das alles wegen einer Wette vom Metelener Martin Iking mit seinem Studienkollegen Nicolas Hecker aus der Pfalz, die in Siegen in einer Wohngemeinschaft lebten und Literatur, Kultur und Medien studierten. Nachdem der Pfäzer Bub im Münsterland Schützenfestluft geschnuppert hatte, ließ er sich das Versprechen abringen, einen Film über das ihm bis dahin völlig unbekannte Großereignis zu drehen.
Topp, die Wette galt und wurde erst einmal mit einem markanten Trailer fürs Internet mit fast 8000 Klicks in aller Welt auf die richtigen Schienen gesetzt. Spenden sammeln und Storyboard schreiben folgten. Dann rollte die Crew mit Sebastian Kobs, Gustav Spahn, Benjamin Wagener und Felix Köhler mehrfach mit Filmkameras im Vechtestädtchen rund um Schützenereignisse an. Mit dabei war Pascal Gehrlein, der für den Schnitt verantwortlich war. Janine Kulhava kümmerte sich um die Öffentlichkeitsarbeit und Jonas Funk ums Design. Nicht zu vergessen Tobias Böhm, dessen Spitzname "Tobi Ton" Programm war.

Die Eltern von Nicolas Hecker, Almut und Karl-Heinz und einige Freunde hatten 600 DVD-Kopien dabei, Wein, Saumagen und noch so allerlei. Alle freuten sich über den Erfolg und die bewährte Gastfreundschaft im Münsterland.

Und der Film? Antwort: Super! Hier wird den Schützen und ihren Partnern clever und präzise über die Schulte geschaut und man lässt sie feiern und reden. Die Marschordnung ist zackig, die Kommentare herrlich, die Bilder prima. Empfehlung: Angucken, es lohnt sich.

Denn nicht ohne Grund verliehen die Damen des Vorstands, allen voran Gaby Krude, Nicolas schon mal seinen ersten Oscar. So kann es weitergehen mit dem Filmemachen und dem Schützenfest feiern sowieso.

Drei Fragen vor und nach dem Film an: Nicolas Hecker, Filmemacher

Wie ist die Gemütslage vor der ersten Aufführung?
Hecker: Wenn ich ehrlich bin, habe ich im Moment noch richtig Muffensausen. Hoffentlich klatschen die Leute am Schluss nicht nur höflich, sondern ordentlich, dann wird es mit vielleicht besser gehen.

Film durch, die Leute johlen, jetzt etwas ruhiger?
Hecker: Auf jeden Fall! Aber als es zwischendurch mit dem Computer etwas gehakt hat, war ich nicht mehr ganz so entspannt. Aber die Leute haben toll reagiert und die Aufmerksamkeit war klasse, der Zuspruch einfach nur toll.

Worin bestand denn die filmische Herausforderung?
Hecker: Neben dem riesigen Aufwand mit der tollen Unterstützung hier in Metelen wollten wir trotzdem eine vernünftige Balance hinkriegen. Die Balance zwischen einer - wie ich das nenne - "kleinen Liebeserklärung an Metelen" und dem professionellen Anspruch an einen Dokumentarfilm, der berichten und festhalten und nichts darstellen oder krampfhaft beschönigen und inszenieren will.

Quelle: Westfälische Nachrichten

 
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